30 Jul Keine Kommentare Daniel Emperhoff

90-Jahresfeier am 13.07.2018 in der Kleinturnhalle

 

Der Sport-Club feierte am Freitagabend in der bis auf den letzten Platz gefüllten Kleinturnhalle seinen 90. Geburtstag. Insgesamt 320 geladene Ehrengäste und Mitglieder haben sich angekündigt dieses Ereignis mit all ihren Höhen und Tiefen, die in der langjährigen Geschichte des Vereins damit verbunden sind, würdig zu feiern. Fast einer Punktlandung genau entsprach der Ehrenabend, wonach am 15. Juli 1928 der neugegründete Verein im Süddeutschen Fußballverband aufgenommen wurde.

 

Dieses Ereignis wollten zahlreiche Ehrengäste nicht missen und so konnte 2. Vorstand Daniel Emperhoff aus Politik, Wirtschaft und Kirche u.a. als Vertreterin der Bürgermeisterin Maltz-Schwarzfischer die Stadträtin und Landtagsabgeordnete Margit Wild, die Stadträtinnen Dagmar Kick und Evelyn Kolbe-Stockert, die Stadträte Christian Schlegl, Dr. Armin Gugau und Hans Renter begrüßen. Von der Wirtschaft war die Brauerei Bischofshof, an der Spitze Brauereidirektor Hermann Goß sowie die Sparkasse Regensburg, vertreten durch Herrn Christian Liebl, anwesend. Die Kirchenvertreter, das Areal des Sport-Clubs liegt immerhin im Gebiet von drei Pfarrgemeinden, namentlich Herr Pfarrer Dr. Hierl von St. Anton, Herr Pfarrer Humbs von St. Albertus Magnus und Frau Pfarrerin Marttunen-Wagner von St. Matthäus fanden den Weg zu uns. Von der Stadt erschien der Amtsleiter von Sport und Freizeit Herr Johann Nuber und der Bayer. Fußballverband (BFV) war durch Herrn Rupert Karl, Kreisvorsitzender, vertreten. Ferner konnte Daniel Emperhoff viele Mitglieder des Vereins besonders begrüßen. Mit viel Applaus wurden der Ehrenvorsitzende Alexander Ochs, der Ehrenvorstand Till Froschauer sowie Ehrenmitglied Rudi Robitschko willkommen geheißen. Sie alle trugen zur großen Resonanz des Festabends bei.

 

Bevor die Grußredner die Bedeutung unseres Vereins aus ihrer Sicht darstellten, war es in diesem Rahmen ein willkommener Anlass drei Mitglieder für langjährige Treue zum Verein auszuzeichnen. So wurden die früheren Fußballer Manfred Grünbeck und Armin Menzel für 60-Jahre Mitgliedschaft und Johann Schüller sogar für 70-Jahre Mitgliedschaft unter kräftigem Applaus vom Vorsitzenden Werner Kölbl mit einer gerahmten Urkunde geehrt (siehe Bilder). Nicht im Programm aufgeführt, aber dennoch verpflichtend, war die Verabschiedung unseres langjährigen 2. Vorstandes Erich Zwarg, der sein Amt in der Delegiertenversammlung 2018 niederlegte. Hierfür wurde ihm von den Vorständen Werner Kölbl und Daniel Emperhoff mit einem Geschenkkorb der Abschied etwas versüßt (siehe Bild).

 

Kreisvorsitzender Karl Rupert überreichte Werner Kölbl eine Ehrenurkunde des BFV in Anerkennung der Verdienste um den Fußballsport. Frau Wild (LAbg.) betonte, dass der Sport-Club mit seinen 1400 Mitgliedern zu den größten Vereinen in der Stadt gehört und vom Herrn Renter ist von der „Integrationsmaschine im Stadtosten“ sehr beeindruckt. Ähnlich lobte Stadtrat Christian Schlegl den Sport-Club mit welch einer Selbstverständlichkeit die Integration man betreibe. Die Stimmung erlebte einen ersten Höhepunkt als Christian Schlegl in Anspielung auf die 100-Jahresfeier davon sprach, hier in 100 Jahren sehen wir uns wieder. Dagegen erwähnte Hermann Goß, dass die Brauerei Bischofshof schon viel älter als der Sport-Club sei, gleichwohl aber auch schon 30 Jahre gedeihliche wirtschaftliche Beziehungen bestehen.

 

Auf die Anfänge und Schwierigkeiten des Sport-Clubs bis zur Neuzeit kam die Vereinsgeschichte in seiner Rede durch den Ehrenvorstand Till Froschauer zur Sprache (siehe nach-stehenden Redebeitrag). Der 1. Vorsitzende Werner Kölbl betonte die hohe Hilfsbereitschaft im Verein durch eine Vielzahl ehrenamtlicher Mitglieder, worauf der Verein besonders stolz ist (siehe nachstehenden Redebeitrag).

Redebeitrag des Ehrenvorstand T. Froschauer:

Wir sitzen heute hier an einem Meilenstein des Vereins. Der Verein hat nach seiner vierten Station seine eigene Heimat gefunden. Bis es soweit kam, waren schwierige und fast unlösbare Probleme zu meistern. Der Verein schaffte es! Der SC ist der Verein des Ostens. Die Standortfrage war bis zum Bau dieser Anlage eine unsichere Sache. Leraggelände, Ostbahnhof und Runtingerstraße waren die Zwischenstationen. Die heutige Sportanlage wurde unter schwierigsten Verhältnissen errichtet. Auf nähere Details kann ich leider aus Zeitgründen nicht eingehen. In meiner Sport-Club Chronik zum 75-jährigen Jubiläum kann man vieles genauer nachlesen. Voraussetzung zum Überleben dieser Phasen war der Zusammenhalt und Idealismus der Mitglieder.
Warum war der Bau dieses Heimes II so wichtig? Der Verein begann als Fußballverein – zahlenmäßig auch heute noch größte Abteilung. Über die Jahrzehnte hinweg gesellten sich weitere Sportarten hinzu, die leistungsmäßig die Fußballer übertrumpften. Diese Entwicklung wurde im Laufe der Jahre zum Problem. Man wollte diese Sportarten mit ihren Mitgliedern beim Verein halten und in einem Zentrum bündeln. Trotz der heimatlosen Zeit waren die Abteilungen sportlich sehr erfolgreich. Es gab in den Abteilungen regionale, überregionale Titel bis hin zu Deutschen Meistern.
Als bei der Stadt eine Turnhalle für die Berufsschule ins Gespräch kam, keimte im Verein die Hoffnung auf, diese Konstellation zu nutzen. Aus den verschiedenen Gründen – näheres dazu ebenfalls in der Chronik –vergingen Jahre bis 1987 der Bau dieses Heimes in Angriff genommen werden konnte. Die Entscheidung für diese Maßnahme war für den Verein finanziell höchstes Risiko. Dass dies gelang, war der „Arbeitswut“ und der organisatorischen Leistung der Verantwortlichen zu verdanken. Im Laufe der Jahre mussten bedarfsgemäß Umbauten und technische Verbesserungen gemacht werden. Das Ergebnis sehen sie heute selbst. Man kann hier die ungezählten Arbeitsstunden, manche opferten ihren Urlaub – nicht hoch genug loben. Durch die neue Heimat für alle Abteilungen hat sich der Verein stabilisiert und spielt eine gute Rolle im Regensburger Sportgeschehen.
Eine weitere entscheidende Maßnahme war für mich die finanzielle Eigenständigkeit der Abteilungen. Nach dem immer wieder Gerüchte auftauchten, dass einzelne Abteilungen begünstigt werden, ist seitdem Ruhe im Verein. Zwei nicht alltägliche Sachen möchte ich noch anführen. In der Zeit als die Fußballer heimatlos waren, konnte unsere erste Mannschaft ihre Punktspiele als Vorspiel der ersten Mannschaft des SSV Jahn spielen und bekam damals 200 Mark. Das andere: Es war nie ein aktiver Fußballer Vorstand beim SC.
Maßgebend, dass wir heute ein 90-jähriges Jubiläum ruhig feiern können, ist der Stabilität, dem Realitätsbewusstsein und der Arbeit der Mitglieder zu verdanken. Hervorragende Geschäftsführer haben mit den geringsten Geldmitteln, die sie zur Verfügung hatten bis heute Großes geleistet.
77 Jahre Mitglied beim SC. 57 Jahre Ehrenamt, zuletzt 32 Jahre zweiter Vorstand und für Sport und Abteilungen zuständig ziehe ich ein Fazit. Es waren schwierige und harte Zeiten. Aber, der Sport-Club ist nicht nur ein Sportverein. Er ist auch gesellschaftlicher Verein. Bei unseren Veranstaltungen, bei Fahrten quer durch Deutschland, Österreich, Ungarn usw. erlebten wir wunderbare Stunden. Ein Danke, Danke, Danke an die Vorstandschaft, an die Abteilungen, an die Mitglieder, die mir halfen diesen langen Weg zu gehen.
Wie immer beende ich meine Ausführungen mit einem Spruch, einem Zitat oder einer aktuellen Aussage. Heute habe ich mir einen Spruch eines Amerikaners ausgesucht. Keine Angst, nicht von Donald Trump. Er würde heute sagen: „Sport-Club first, S.C. first“. Nein, ich bin bei Henry Ford geblieben. Er meint: Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg.“
In diesem Sinne werden wir auch die nächsten Jahrzehnte zusammenarbeiten, um Erfolge zu haben.

 

Pünktlich innerhalb des vorgesehenen Programmablaufes wurde das Essen von der Sport-Club Wirtin serviert. Das anschließende Nachspeisen-Büffet (siehe Bild) von den fleißigen „Sport-Club Bienen“ aufgebaut erfreute sich einer regen Nachfrage. Damit der Abend nicht zu kurz kommt spielte die hervorragende Band „She & Hymns“ zum Tanz in der Kleinturnhalle auf. Zur vorgerückten Stunde wurde die bereitgestellte Bar von jüngeren Publikum gerne besucht. Der (allerschönste) Vereinsbiergarten bot bei angenehmen Temperaturen reichlich Gelegenheit zum ausgiebigen Smalltalk (siehe Bild)

Redebeitrag vom 1. Vorsitzenden Werner Kölbl

 

90 Jahre Sport-Club Regensburg e.V.

1928 – 2018

 

Verehrte Ehrengäste, liebe Vereinsmitglieder,

zunächst möchte ich unserem Ehrenvorstand, dem Till Froschauer, herzlich danken, für seine vereinsgeschichtliche Prosa-Darstellung, von der Gründerzeit, bis hin zum heutigen Tag.

 

Lieber Till, Du hast Dich, wie immer, in Deiner unnachahmlichen, bayerisch eloquenten Art präsentiert. So kennen wir Dich, und so hast Du auch in Deiner Jahrzehnte langen Vorstandsarbeit, alle Abteilungen unseres Vereins, intern sportlich geführt und begleitet. Bei Problemen, lieber Till, hast Du den Mund nicht immer nur im diplomatischen Flüsterton aufgemacht, sondern mahnend die Dinge ungeschminkt beim Namen genannt! Dabei konntest Du natürlich auf Deine eigenen, reichhaltigen Erfahrungen als Sportler, zurückgreifen. Dein Wort hat nach wie vor Gewicht, wird beachtet und wir hoffen, dass du uns noch lange mit Rat und Tat zur Seite stehst.

 

Mein ganz besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang natürlich auch unserem Ehrenvorsitzenden Alexander Ochs! Deinen Verdiensten, lieber Alex, kann ich im Rahmen der Festrede gar nicht gerecht werden. Das würde den zeitlichen Rahmen bei Weitem sprengen.

Der Sport und der Sport-Club haben Dein Leben geprägt. Kurz einige Daten:

  • 62 Jahre ehrenamtliche Tätigkeit im Verein, davon 35 Jahre als 1.Vorsitzender!
  • Seit 1976 bist Du Funktionär beim bayerischen Handball-Verband.
  • Und auch der Kegelsport hat Dich eingefangen. Du bist aktiver Kegler beim
  • SC und seit 2005 Bundesligaschiedsrichter im Kegelsport.

Viele Auszeichnungen und Ehrungen für das ehrenamtliche Engagement, haben Dein gesamtes Leben begleitet! Dafür gebührt Dir, lieber Alex, ein herzliches Dankeschön aller SC-ler!

 

Seit 2 Jahren ist nun die neue Vorstandschaft im Dienst. Wir haben ein gewaltiges Erbe v. unseren Vorgängern übernommen, das es zu bewahren und auszubauen gilt!

Werte Anwesende,

fast auf den Tag genau, feiern wir also heute den 90. Geburtstag des Sport-Club Regensburg, denn exakt am 15. Juli 1928 wurde unser Verein im Süddeutschen Fußballverband aufgenommen! Unser Verein hat mit seinen 90 Lebensjahren nunmehr einen ganz ordentlichen Punkt über Normalnull erreicht. Hoch genug, um zufrieden zurückzublicken, auf die Wegstrecke, die bewältigt wurde. Es wartet aber eine zweite Wegstrecke auf uns, die wir genauso beherzt angehen werden, mit dem Nahziel, das 100-jährige Jubiläum!

 

Liebe Gäste und Mitglieder,

Sportvereine gibt es seit über 100 Jahren. Sie sind ein Erfolgsmodell, aber wie lange noch?

Es stellt sich die Frage, wie sehen die Sportvereine in der Zukunft aus u. welche Herausforderungen müssen sie in den nächsten 10 bis 15 Jahren erfüllen? Auch die Sportvereine leiden unter den Veränderungen der Zeit, und das nicht erst seit kurzem. Seit den 90er Jahren ist der Verein heute mehr Dienstleister, als früher. In diesem Zusammenhang sind aber auch die Mitglieder gefordert, sich bei den unterschiedlichsten Aktionen und Veranstaltungen, ins Vereinsleben einzubringen!

 

Immer mehr Vereine haben sich zur Organisation und zur Bewältigung der vielfältigen Aufgaben, Geschäftsstellen eingerichtet. Nur in solchen Strukturen können die großen Herausforderungen und Themen unserer Zeit, wie insbesondere die Digitalisierung, abgearbeitet werden. Vereinsvertreter müssen sich für dieses Thema öffnen – ganz gleich, welcher Generation sie angehören! Hier warne ich aber vor dem Irrglauben, dass es mit einer App und einer Website getan wäre. Nein, Digitalisierung ist ein wesentlich komplexeres Phänomen. Der Sportverein ist und bleibt auch weiterhin die Organisation, die den Menschen im Ort oder im Stadtteil, ein sehr gutes, bezahlbares Bewegungsangebot u. darüber hinaus, insbesondere Geselligkeit bietet.

Vor allem für Kinder und Jugendliche, ein unschlagbares Angebot!

Geschätzte Anwesende,

mehr und mehr stelle ich fest, dass der Spielbetrieb auch nicht mehr an zentralen Spieltagen stattfindet, sondern zerstückelt wird – bis hinein in die höchsten Spiel-klassen. Nach meinem Dafürhalten – eine schlechte Entwicklung für den Sport!

Das Hauptproblem in allen Vereinen aber heißt:

  • Es fehlen Ehrenamtliche!

 

Meiner Meinung nach, rücken all die angesprochenen Themen derzeit in den Hintergrund, alleine durch die Schwierigkeiten, überhaupt Menschen zur Mitarbeit im Verein zu finden! Auch ein gesellschaftliches Zeichen unserer Zeit, so finde ich. Das Ehrenamt ist eine wichtige Säule unseres sozialen Zusammenlebens. Keine Staatliche Verwaltung könnte diesen Dienst organisieren, geschweige denn, bezahlen! -Wer krempelt denn heute noch die Ärmel zurück, um für den „Anderen“ einen unvermuteten, ehrenamtlichen Dienst zu leisten? Ich kann heute mit Stolz feststellen, dass es beim Sport-Club nach wie vor, noch Mitglieder gibt, die zur Verfügung stehen, wenn man sie braucht. Insbesondere bei der Vorbereitung und Durchführung unseres gemeinsamen Jubiläumsfestes darf ich mich herzlichst bedanken, bei den vielen, vielen fleißigen Händen, die geholfen haben! Die Arbeit von Vorständen, Abteilungs- und Übungsleitern wird ebenfalls immer umfangreicher, zeitaufwändiger und schwieriger.

Wie sieht also die Zukunft für die Vereine aus und was müssen sie bieten?

 

Liebe Gäste und SC-ler,

ein Patentrezept für die Zukunft gibt es nicht! Es liegt also in der Hand der einzelnen Vereine, sich selbst zu prüfen, wie sie die Ausrichtung in die Zukunft gestalten wollen. Der Sport-Club Regensburg hat mit einer neuen, modernen Vereinsstruktur, rechtzeitig vorgesorgt und die Voraussetzungen geschaffen, damit die Herausforderungen der Zukunft -Schritt für Schritt- abgearbeitet werden können. Im Resümee wird, bei aller Innovation, eines bleiben:

Die Sehnsucht der Menschen nach Gemeinschaft und einem Wir-Gefühl!

 

Liebe Sportfreunde,

bei einer Festrede soll man sich nicht endlos festreden! Und somit darf ich schließen, mit einem altbewährten Motto:

Sport ist im Verein am Schönsten!

Danke für Eure Aufmerksamkeit

 

 

In eigener Sache:

Aufgrund der neuen EU Datenschutz-Grundverordnung können wir noch nicht auf die gesetzlichen Bestimmungen auf unserer Homepage verweisen. Es wurde in der Veranstaltung ausdrücklich mündlich darauf hingewiesen, dass die in diesem Zusammenhang personenbezogenen Daten und Fotos auf unserer Homepage veröffentlicht werden, soweit dies im Interesse des Vereins liegt. Hierüber wurde von den Anwesenden nicht widersprochen.